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ANDY SCHERRER

Andy Scherrer (* 1946 in Brunnadern SG; † 25. November 2019) war ein Schweizer Jazz-Saxophonist (Tenor, Sopran) und -Pianist.

Scherrer erhielt mit sieben Jahren Violinunterricht und brachte sich das Saxophonspiel mit 15 Jahren autodidaktisch bei. Daneben beherrscht er auch weitere Instrumente, wie Klavier und Hammond-Orgel. Er spielte zunächst in Disco-Bands, bevor er am Konservatorium in Basel bei Ivan Roth (klassisches) Saxophon studierte. Im Jazz zählten John Coltrane, Wayne Shorter und Joe Henderson (dem er 2003 eine Hommage widmete auf dem Album „Serenity- Tribute to Joe Henderson“, Unit Records) zu seinen Vorbildern. Seit 1972 arbeitete er als Freelance-Musiker in eigenen Gruppen, aber auch mit dem „Slide Hampton-Joe Haider Orchester“, den „Hot Mallets“ von Isla Eckinger, „Free Bop“ von Billy Brooks, mit Renato Anselmi und den Schweizer Bands „Magog“ um Klaus Koenig und „Cojazz“ (als Pianist). Seit 1991 war er Mitglied des „Vienna Art Orchestra“. Er spielte u. a. mit Gary Burton, Cedar Walton, Kirk Lightsey, Benny Bailey, Dexter Gordon, Kenny Clarke, Curtis Fuller, Mel Lewis, Abdullah Ibrahim, Adam Taubitz und Ann Malcolm. Neben Auftritten als Saxophonist mit eigenem Quartett (mit dem Pianisten William Evans, Isla Eckinger am Bass und Dré Pallemaerts am Schlagzeug) begleitete er auch Sängerinnen am Klavier. Mit seinem Quartett nahm er neben dem Joe-Henderson-Album auch ein Tribut-Album für Mal Waldron auf („Remember Mal Waldron“, TCB) sowie „Second Step“ (TCB). Zuletzt bestand das Quartett neben Andy Scherrer aus Oliver Tabeling am Piano, Michael Chylewski am Bass sowie Markus Neuweiler am Schlagzeug.

Seit 1975 unterrichtete er Saxophon an der Swiss Jazz School in Bern. Zu seinen Schülern zählten Roman Schwaller und Domenic Landolf, mit denen er sich auch „Tenor Battles“ lieferte. Gelegentlich trat er auch mit einem weiteren Schüler, dem Berner Saxofonisten Donat Fisch, in dessen Quartett auf. Scherrer wohnte in Basel.

RELEASES

SERENITY - A TRIBUTE TO JOE HENDERSON

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Lineup

Andy Scherrer - Tenorsaxophon
Matthieu Michel - Trompete
Jean-Paul Brodbeck - Klavier
Fabian Gisler - Bass
Dominic Egli - Schlagzeug

Details

Catalogue Number

Recording Engineer

Mixing Engineer

Mastering Engineer

Album Duration

Genre

Jazz

Release Date

10.03.2026

Description

Punch und Eleganz

Mit Joe Henderson (1937–2001) hat die Jazzwelt einen magistralen Tenorsaxofon-Stilisten verloren, dem erst am Ende seiner Karriere die gebührende Anerkennung widerfuhr. Andy Scherrer ist genau der richtige Mann für eine Hommage an Henderson. Scherrer ist zur Zeit der reifste Tenorist, den man zwischen Hammerfest und Palermo, Wladiwostok und Glasgow zu Gehör bekommt – er befindet sich im Zenit seines Könnens und braucht niemandem mehr etwas zu beweisen. Sein strahlendes Spiel, das auch unter Hochdruck nichts von seiner Eleganz und Eloquenz einbüsst, lebt von der Spannung zwischen überschiessender Imaginationskraft und abgeklärter gestalterischer Souplesse. Für seinen unprätentiösen, tiefschürfenden "Tribute to Joe Henderson" hat Scherrer eine Reihe eher unbekannter Henderson Nummern ausgewählt, darunter packende "funky" Stücke aus den 70er-Jahren wie "Gazelle" und "If you’re not part of the solution, you’re part of the problem", aber auch Kompositionen wie "A Shade of Jade" und "Serenity", die Henderson für das legendäre Label Blue Note aufgenommen hat. Dazu kommen die Ballade "Bloodcount", die Billy Strayhorn auf dem Totenbett schrieb und die Henderson auf einem seiner letzten Alben interpretierte, und Scherrers "Blues for Joe". Seine "Henderson-Band" hat Scherrer mit herausragenden Musikern der Schweizer Szene besetzt. Der Trompeter Matthieu Michel zählt zu Scherrers Kollegen im Vienna Art Orchestra. Jean-Paul Brodbeck (Piano), Fabian Gisler (Bass) und Dominic Egli (Schlagzeug) bilden auch in dem seit 1998 bestehenden Quartett des Scherrer-Eleven Domenic Landolf eine flexible und einfallsreiche Rhythmusgruppe.

Tom Gsteiger, 2004