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EDI NULZ

Spielt Edi Nulz nun einen Jazz, der von Elementen der Rockmusik gebrochen wird, oder ist es genau umgekehrt? Hört man hier nicht vielmehr eine Rockband, vom Jazz unterwandert? Tatsächlich ist der von der Kapelle angeworfene Traktor bereits Jazz, Indie, Rock'n’Roll und weiteren Reinheitsgeboten gleichermaßen entschlüpft. Eigentlich polizeilich verboten: das basslose Jazz-Trio, die Rock-Band ohne Sänger. Aber ist es wirklich so einfach? Bei Edi Nulz ist die Bassklarinette Solist, Sänger und Bassist in Personalunion. Auch die Gitarre erlebt man zuweilen als Meister des tiefen Schalldrucks. Am Schlagzeug wird charmant gerumpelt und gekonnt geschludert, um dann letztlich die musikalische Legierung aus grandioser Grotesque und glücklichem Unsinn zu erzeugen.

Edi Nulz amalgamiert und bastardisiert, gerät vorsätzlich außer Takt, nur um dann mit einem Kollektiv-Ruck oder kleinem Kniff oder Pfiff punktplötzlich wieder in die geordnete Bahn zu finden. Nicht zuletzt entfalten sich beim unbekümmerten Umgang mit Stilen und Effekten mehrere abendfüllende Portionen Spielspaß, welcher sich in der frischen Tradition des Trios regelmäßig auf Zuhörer- und Tänzerschaften überträgt. Jedes Konzert von Edi Nulz wird damit zu einer Gratwanderung zwischen Irrsinn und Präzision, Präzision und Wahnsinn oder Wahnsinn und Tennis.
Ziemlich großes Hörspiel.

RELEASES

AN DER VULGÄREN KANTE

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Lineup

Siegmar Brecher – Bassklarinette
Julian Adam Pajzs – Tenor-/Baritongitarre
Valentin Schuster – Schlagzeug

Details

Catalogue Number

Recording Engineer

Mixing Engineer

Mastering Engineer

Album Duration

Genre

Jazz

Release Date

16.04.2026

Description

Es rumpelt und scheppert ganz schön bei dem Trio mit dem seltsamen Namen Edi Nulz. Schlagzeuger Valentin Schuster hat jedenfalls alle Hände voll zu tun und auch Gitarrist Julian Adam Pajzs ist ein echtes Multifunktionstalent, das kompromisslos sägen, abgefahrene Akkordsplitter streuen oder den ganzen musikalischen Wahnsinn mit ein paar tiefen Tönen stützen kann. Dritter im Bunde ist der Bassklarinettist Siegmar Brecher, der fast im Alleingang die melodiöse Seite des flotten Dreiers verkörpert. Aber auch er bricht in den kurzen Stücken, bei denen man beinahe von Garagenrock sprechen könnte, wenn sie nicht mit so irrwitzig vielen Breaks versehen wären, immer wieder in unvorhersehbare Richtungen auf und aus. Das Ganze ist sicher wesentlich konstruierter, als es klingt, und mit jenem schrägen Humor versehen, den man bei vielen Nachwuchsjazzern viel zu selten antrifft. Erkennen kann man ihn schon an den merkwürdigen Songtiteln wie „Mexikanischer Beistand“ oder „Ich wohne im Bonuslevel“.

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