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Rotwelsch

Rotwelsch harkens back to a time when musicians were lumped together with traveling rabble, with "gypsies", with the Jewish traveling merchants, the hoodlums, robbers and bandits. Red Welsh was their common language, creative, inventive, mysterious, a fascinating approach to peculiar identities that had a great influence on Western culture despite suspicious glances from the bourgeois establishment. While the everyday life of these marginalized people was hard and linked with numerous privations, idealized representatives of this world found their way onto the stages and into the novels of the bourgeoisie - rough-legged highwaymen with great feelings, convivial rounds around the campfire under the influence of alcohol, confusion games, feints and maneuvers entertained the masses in the best possible way.
The music of Rotwelsch playfully and mischievously refers to this creative and linguistic culture as well as its romanticized reflection in the literary world. Original compositions with roots in the jazz tradition and speaking titles like "Vagabundenherz" or "Verirrungen auf der Gefühlsschlachtbank" squint towards great pathos, while pieces like "Dirnengeplapper" do not stop at onomatopoeia. Rotwelsch draws its power and spontaneity from improvised music. Instead of the Real Book, unforgotten classics of the operetta world and songs of the golden twenties serve as the basis for new interpretations. Rotwelsch vagabonds between these musical worlds and dares to walk the tightrope between art, noise and kitsch.
Rotwelsch horcht zurück in eine Zeit, in der Musikanten in einen Topf mit fahrendem Gesindel, mit «Zigeunern», mit den jüdischen reisenden Händlern, den Ganoven, Räubern und Banditen geworfen wurden. Rotwelsch war ihre gemeinsame Sprache, kreativ, erfinderisch, geheimnisvoll, ein faszinierender Zugang zu eigentümlichen Identitäten, die trotz argwöhnischer Blicke der bürgerlichen Arrivierten einen grossen Einfluss auf die abendländische Kultur hatten. Während der Alltag dieser Randgänger hart und mit zahlreichen Entbehrungen verknüpft war, fanden idealisierte Vertreter dieser Welt den Weg auf die Bühnen und in die Romane des Bürgertums – raubeinige Wegelagerer mit grossen Gefühlen, gesellige Runden am Lagerfeuer unter Alkoholeinfluss, Verwirrspiele, Finten und Manöver unterhielten die Massen bestens.
Die Musik von Rotwelsch bezieht sich spielerisch und schalkhaft auf diese kreative und sprachschöpferische Kultur sowie ihre romantisierte Spiegelung in der literarischen Welt. Eigenkompositionen mit Wurzeln in der Jazztradition und sprechenden Titeln wie «Vagabundenherz» oder «Verirrungen auf der Gefühlsschlachtbank» schielen zum grossen Pathos, während Stücke wie «Dirnengeplapper» vor Lautmalerei keinen Halt machen. Kraft und Spontaneität bezieht Rotwelsch aus der improvisierten Musik. Statt dem Real Book dienen unvergessene Klassiker der Operettenwelt und Lieder der goldenen Zwanzigern als Basis für Neuinterpretationen. Rotwelsch vagabundiert zwischen diesen musikalischen Welten und wagt den Drahtseilakt zwischen Kunst, Krach und Kitsch.

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