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YANNICK DÉLEZ

Geboren 1972 in der Schweiz fing Yannick Délez als Autodidakt mit dem Klavier an und begann 1990 seine professionelle Ausbildung an der ‚Ecole de Jazz de Lausanne’ die er erfolgreich mit dem Diplom für Klavier im Bereich Jazz Performance abschloß. Er spielte zunächst mit zahlreichen Ensembles in der Schweizer Jazz-Szene und entwickelte dabei sein ganz eigenes Spiel. Später schließt er sich der Gruppe ‚Piano Seven’ an, mit der er vier Alben aufnimmt und Konzerte in bekannten Sälen u.a. in Hong Kong, Sao Paulo, Taipei, Singapur, Shangai, Saigon, Beirut und Peking gibt. In dieser Zusammenarbeit komponiert und arrangiert er verschiedene neue Werke für das Ensemble, u.a. anlässlich der Schweizer Nationalausstellung im Jahr 2002.

Sein erstes Solo-Album („ Rouges“, Altrisuoni 2003) wird von der internationalen Kritik äusserst positiv besprochen. Es zeigt die ganze Besonderheit seines Spiels, das pointiert und zugleich lyrisch ist.
„ ... auf rhythmischen Ostinati und einer wahrlich originalen Spieltechnik ruhend...“ (RSR La Première), „... eine besondere Klangwelt, welche die Lyrik der Romantik und die subtilen Harmonien des Jazz ins Zentrum rücken....“ (Jazzman).

2004 schreibt er ein großes Werk für Klavier, Baßklarinette und Sopransaxophon und gründet sein eigenes Trio (Yannick- Delez-Trio) mit Philippe Ehinger (Bassklarinette) und Stefano Saccon (Sopran-saxophon). Das Ensemble wird für die Tournee ‚Swiss Diagonales Jazz ‘07’ ausgewählt. Im sleben Jahr gründet er ein Duo mit der Sängerin Chloé Lévy. Das Chloé Lévy Yannick Délez Duo nimmt sein erstes Album „Leinicha“ 2006 im ‚Rainbow Studio’ in Oslo mit Jan Erik Kongshaug auf. „Leinicha“ wurde von der Musikkritik gefeiert.

Sein zweites Solo-Album „Boréales” erscheint 2010 bei dem Label Unit Records. Wieder sind die Kritiker begeistert (Concerto, Jazz & More) im Zuge dessen gibt Yannick Délez zahlreiche Solo-Konzerte auf verschiedenen europäischen Jazzbühnen.

2011 verlegt er seinen Wohnsitz nach Berlin um u.a. intensiver mit dem Cellisten Marcus Hagemann und der Sängerin Chloé Lévy als Trio zu arbeiten. Parallel zu seiner Konzerttätigkeit und seiner Arbeit als Komponist lehrt Yannick Délez seit 1992 Klavier und musikalische Theorie an der ‚Ecole de Jazz et Musiques Actuelles de Lausanne’ (EJMA) und von 2006-2012 im Département Jazz am ‚Conservatoire de Lausanne’ (CDLHEM).

RELEASES

BORÉALES

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Lineup

Yannick Délez - Klavier

Details

Catalogue Number

Recording Engineer

Mixing Engineer

Mastering Engineer

Album Duration

Genre

Jazz

Release Date

10.03.2026

Description

Nachdem ich Yannick Délez schon mehrmals bei Konzerten gehört hatte, dachte ich, allein die Intimität eines aufmerksam lauschenden Raumes biete seinem Klavierspiel Gelegenheit, die ihm eigene Spontaneität voll und ganz zu entfalten. Seine neue CD von atemberaubender Perfektion vermittelt jedoch genau diese Qualität der Präsenz seiner Musik – treu und geheimnisvoll zugleich. Geheimnisvoll deshalb, weil die nostalgische und lichtdurchflutete Lyrik dieses Künstlers mit Worten unmöglich zu beschreiben ist.

Die Melodie singt, alles überflügelnd, ist frei, grosszügig, aber auch wie mit einer Nadel präzise durchgezogen. Sie bleibt selbst dann stimmlich erkennbar, wenn sie in die anhaltenden Pointillismen eintaucht und sich darin verliert. Sie ist lebhaft und erfinderisch, auch wenn sie sich verfeinert, verdünnt, bis sie nur noch skizzenhaft übrigbleibt, weit entfernt von der maschinellen Strenge eines Minimalismus. Ihre „Kreise“ führen hier nicht ins Leere, denn die Kunst der manchmal winzigen Variationen durchdringt die Klaviatur und drängt darauf, sich ständig neu zu erfinden. Progressionen von Gefügen und Zeiten, Klangebenen, die Kopf stehen, „Erdrutsche“ von der Ein- zur Mehrstimmigkeit... Dieses Klavierspiel ist ein Wunderwerk – allein das Stück „Solar“lässt alle Zweifel verschwinden. Diese Virtuosität ist so originell und bescheiden, dass man in ihr im wahrsten Sinne des Wortes einen „Stil“ erkennen muss.

Die Kunst von Yannick Délez in „Boréales“ (Nordlichter) ist schwerer denn je mit einer Etikette zu versehen: Der Musiker erinnert sich an alles, was ihn beeinflusst hat und befreit sich gleichzeitig völlig davon. Er führt uns seine Berufung als Jazz-Pianist vor Augen – nicht ohne Ironie in einigen seiner rasanten Miniaturstücke – und steht dabei zu einer von unglaublich inspirierter Innerlichkeit geprägten Balladenromantik („All the things you are“, „Vignette“). Vor allem aber scheinen einige seiner Kompositionen von einem genauso intimen, aber tiefgreifend epischen Geist der Brahmschen „Ballade“ getragen („Concave“, „Boréales“).

Keinerlei Monotonie in den Stücken von Yannick Délez, dafür aber ein einzigartiger Sinn für Monochromie: Ein melodischer Hauch, der die Jazz-Kanons verinnerlicht und hinter sich gelassen hat, der den standardisierten Abfolgen das Erkunden einer Farbenpalette vorzieht, eines harmonischen Kontexts, der auf subtile Art und Weise über klare und gleichzeitig gewundene imaginäre Pfade moduliert wird.
Es ist schwierig, diese Lyrik in Worte zu fassen. Sie entsteht auch ganz einfach aus dieser Fähigkeit, die Intensität der Gegenwart festzuhalten; ein Privileg der ganz grossen Musiker. Man sollte deshalb entweder vollkommen eintauchen in „Boréales“ – oder besser daran vorbeigehen.

MONOTYPES

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Lineup

Yannick Délez - Klavier

Details

Catalogue Number

Recording Engineer

Mixing Engineer

Mastering Engineer

Album Duration

Genre

Jazz

Release Date

10.03.2026

Description

Délez skizziert die Möglichkeiten des Augenblicks gleichermassen wie er die Klaviatur der Jahrhunderte ausleuchtet. Die breit gefächerte Palette der schillernden Muster und flirrenden Farben seiner chromatischen Konstellationen ist so präzise, dass man sich darin verliert. Seine zartschlanke Lyrik entsteht aus der Spontaneität einer Suite, deren dunkle Noten in einem farbenfrohen Duktus aufgehen. Sein Klavierspiel berührt in jeder Weise durch seine Kraft, seine Schönheit und Kontinuität. Ein Klangmeister in der Schwebe. Seine Hände lösen sich von ihrer festen Form, wenn sie in diesen oder jenen Standard des Jazz fahren und ihn erfrischend neu zusammenfügen. Von Minimalismus bis Echtzeitmusik, von Schumann bis Improvisation entfaltet sich dieses Album in intimen Läufen, in tiefgründigen Wechselbeziehungen, in facettenreichen Verbindungen. Zwischen Tönen, Klängen, zwischen sich selbst. Erhöhung, Verminderung, Übersetzung. Unablässig erfinden die Stücke von Yannick Délez die Geometrie ihres Klangs neu, dehnen die Zeit ins Unermessliche, brechen Beziehungen auf, überlagern sich in stetig neuer Ausprägung. Sie enthüllen eine einzigartige und ausser-gewöhnlich persönliche Zeitlosigkeit. Die Zeit ist nicht linear, dramatisiert oder topographiert, sie ist polyphonisch, rhizo-matisch. Die Zeit wird in Schwingung versetzt, ist gleichzeitig fliessend und ohne Richtung, ist zwischen den Zeiten. Darin eröffnen sich nie dagewesene musikalische Räume.